Donnerstag, 28. April 2016

Ein neues Mausemädchenzimmer (1. Teil)

Hallo ihr Lieben,

einer der Gründe, warum ich erneut so lange nichts von mir hab hören lassen, war folgender:
Auch das Mausemädchen wollte ein neues, schickes Kinderzimmer.
Also wurde der Raum leergeräumt. Das Mausemädchen zog (vorübergehend) ins Gästezimmer und ein Teil der Möbel in den Flur oder zum Mausejungen.

Und dann musste die alten Tapeten von den Wänden.


Dabei haben die Kinder auch fleißig mitgeholfen.


Und dann hatte mein Mausemann jede Menge zu tun ... Aber das schreibt er euch lieber selbst, denn von den ganzen Fachbegriffen hab ich überhaupt keine Ahnung. Und somit übergebe ich die Tastatur ...


Hallo,
man konnte, wenn man das Kinderzimmer betrat, immer so einen unterschwelligen Autoreifengeruch wahrnehmen. Nachdem die Wand offen war, wusste ich auch warum. Man hat großflächtig Teerpappe auf der Fachwerkwand angebracht.

Lehm - Teerpappe - Heraklith-Platten (die nennt man auch "Sauerkrautplatten") - Putz - Alufolientapete -richtige Tapete

Das war die Reihenfolge. Wie man unschwer herauslesen kann, klingt die Mischung der Materialien verdammt nach Lösemitteln und ungesund. Die Alufolientapete sorgte darüberhinaus für ein "herrliches" Gewächshausklima im Kinderzimmer. Das Wasser lief in schwarzen Schlieren die Wand runter. Ist ja auch klar. Hier konnte nichts "atmen" und die feuchte Luft blieb zu 100% im Zimmer.

Was also tun?
Zunächst war meine allererste Sorge, nachdem ich die Heraklithplatten freigelegt hatte, die Farbe dieser Platten. Grau.
Ich brach in Panik aus, denn das Baujahr und die Farbe der Platten passte genau in mein Befürchtungs-Raster. ASBEST. Das war mein erster Gedanke.

Also wurde erstmal google aufgerufen, um dieses wirklich üble Problem zu klären. Gottseidank stellte sich heraus, dass in Heraklith-Platten niemals Asbest verarbeitet wurde. Nur einfacher Zement. So ist zumindest der neueste Stand.

Lustig ist, dass bei der google Suche Asbest in der Trefferliste ganz oben steht. Schafft nicht wirklich Vertrauen ;-))

Nach dem ersten Schock wurde also die Wand völlig blank gelegt.


Balken für die Heizkörper wurden angeschraubt (herrlich, wenn man keine Steindübel setzen muss) und die Rollos wurden entfernt. Da im Bereich der Rolladen der Wind durchpfiff, haben wir uns für elektrische Vorsatzrolladen entschieden.
Auf dem nächsten Bild kann man auch prima erkennen, wie dünn die alten Fachwerkwände sind. Weswegen dringend etwas gedämmt werden musste.


Dazu kam dann zuerst Strohgeflecht auf die Fachwerkbalken. Der Lehm sollte ja schließlich vernünftig halten. Hier steht so eine Rolle Strohgeflecht.


Ein Versuch, mit der klassischen Methode den Lehm auf die Wand zu bringen (werfen) brachte keinen wirklichen Mehrwert. Also wurde wieder mit Kelle und Glättkelle gearbeitet ;-))


Da ich beim Putzen gern mal dazu neige krumm und schief zu werden, beschloss ich, dass diesmal mit Putzlehren gearbeitet wird. Die schraubt (oder nagelt) man auf die Wand und verputzt immer nur die einzelnen Fächer. Anschließend wird mit der Wasserwaage oder dem Richtscheid abgezogen und fertig. Der Profi bekommt es natürlich immer noch nen Tick besser hin, aber so passts schon.


Die Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten durfte natürlich auch hier nicht fehlen. Direkt mit feuchtem Lehm an die Wand geklebt (und zum Teil geschraubt) und fertig. Letztlich noch ein Armierungsgewebe drüber getackert, damit die endgültige Lehmschicht auch hält. 

Übrigens: In Holzfaser-Dämmplatten kann man genauso Löcher für Steckdosen und Kabelkanäle schneiden, wie in normales Mauerwerk. Festgemacht wird alles mit Elektrikergips. Genau wie bei Steinmauern.

Und zack, sind die Wände etwa 10 cm dicker.


Hier ist dann schon eine Wand fertig mit Lehm verputzt.


Die alte Holzdecke wollten wir unbedingt so erhalten ...


Das Schleifen des Fußbodens war ein eigenes Kapitel. Der Holzwurm hatte schon ganz gut genagt, trotzdem beschlossen wir die schlimmsten Stellen zu spachteln und dann zu schleifen und damit die Dielen zu erhalten ... 

Das wars erstmal. 
Lieben Gruß, Marco


Da bin ich wieder :) 
Hat er das nicht toll gemacht. Wenn ich mir die Fotos so anschaue. Das war wieder eine riesige Baustelle. Aber wenn, dann wollen wir es auch richtig machen. Vor allem, da wir mittlerweile um die vorherigen Bausünden wissen ... Das Gute ist, dass mein Mausemann schon ein richtiger Renovierungsprofi ist und etliches viel schneller geht als noch vor zwei Jahren.
 
Und das Kinderzimmer ist wirklich toll geworden. 
Wie ich gepinselt habe und wie es fertig aussieht zeige ich euch dann beim nächsten Mal.

Bis bald,
eure Antje

Kommentare:

  1. Was für eine Arbeit! Ich bin auf die Fertig-Fotos gespannt!
    Herzlichst
    yase

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Antje,
    ich zieh auch den Hut vor der Arbeit!
    Wow,der Dielenboden ist zum Verlieben schön!
    Das gefällt mir schon richtig gut!
    Bin auf die Fotos des fertigen Zimmers gespannt!
    Sei ganz lieb gegrüßt von
    Kristin

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Antje, lieber Mausemann :-)!

    Ihr habt ganz schön viel geschafft!
    Das Raumklima wird jetzt so angenehm sein!

    Und...hach...mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich nackte, freigelegte Wände mit Holzfachwerk sehe!!
    Aber es ist klar, ohne Dämmung geht es nicht.

    Ich bin gespannt, wie es das nächste Mal weitergehen wird!

    Ganz liebe Grüße an Euch, das gesamte Mausehaus! :-)

    Trix

    AntwortenLöschen
  4. Herzlichen Glückwunsch, da muss ich euch loben! Ihr habt alles richtig gemacht! Das Klima im Zimmer wird es euch danken. Ihr habt nicht zufällig bei der Fa. eiwa bestellt?! (da arbeite ich nämlich, grins) Bin schon sehr gespannt aufs fertige Zimmer und ich geb euch den Tipp: Nehmt weissen Putz und streicht dann in der Farbe die ihr mögt. Bei unserem fertigen farbigen Putz da bekommt man schon mal farbige Klamotten wenn man dran kommt ;)im Mädelzimmer z.B.wo wir lila gestrichen haben (natürlich Lehmfarbe) da färbt nix ab. Ihr könnt euch gerne melden wenn noch Fragen sind ;)
    Herzliche Grüße
    Dani

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für deinen Tipp, werde mich mal über deinen Arbeitgeber informieren ;) Wir haben ein paar Orte weiter einen Restaurator&Stukkateur, der sich in zweiter Generation auf die Restauration von Fachwerk- und Lehmbauten spezialisiert hat und eigentlich in unserer Gegend der Ansprechpartner ist. Da haben wir unsere Materialien her ...
      Liebe Grüße, Antje

      Löschen
  5. Ich sage nur Hut ab. Bin ja neidisch auf das tolle Klima der Lehmputzwände, ein Traum. Der Boden ist wirklich toll, den hätte ich auch erhalten, hoffentlich hat der Holzwurm bemerkt, das er unerwünscht ist.
    Jetzt bin ich ganz gespannt wie das Zimmer fertig ausschaut.
    Ganz liebe Grüße
    Bettina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Bettina,
      ja das hoffe ich auch, dass der Holzwurm das weite gesucht hat. Solche Untermieter braucht kein Mensch :)
      Liebe Grüße,
      Antje

      Löschen

Danke, dass Du mir schreibst. Ich freue mich doll über jeden Kommentar (auch wenn ich nicht immer die Zeit finde zu antworten)

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...