Sonntag, 23. März 2014

Dachbodentreppen-Einbau mit Hindernissen

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es hier eine Premiere. Seid ihr neugierig? Ich bin es auch, vor allem bin ich auf eure Reaktionen gespannt :) 
Ich hab euch ja beim letzten Mal von unserer aktuellen Renovierungs-/Abriss- und Umbauaktion erzählt (bzw. ein bisschen angedeutet). Heute kommt der ausführliche Bericht dazu, aber nicht von mir, sondern von einem der ausführenden Akteure.  
(Was ja irgendwie auch viel sinnvoller ist) 

Also gebe ich nun das Wort ab an meinen Mausemann ...



Hallo
Kennt ihr das, man sieht täglich Dinge in seinem nahen Umfeld, die nicht sinnvoll sind, aber man hat ein solches Brett vorm Kopf, dass man die optimale Lösung einfach nicht sieht. Quasi der berühmte Wald vor lauter Bäumen ;-)
Uns erging es so mit unserer unsäglichen Energieschleuder "Treppenaufgang zum Dachgeschoss". 

Warum Energieschleuder? Ganz einfach, bei diesem Aufgang handelte es sich um einen Bretterverschlag bzw. einer Art Minitreppenhaus mit innenliegender Treppe. 

alter Dachbodenaufgang

von außen: hier schon ohne Holzverkleidung

Von außen recht ansehnlich zurecht gemacht, aber innen vollkommen ungedämmt und immer klamm. Das machte sich natürlich bemerkbar. Im Winter konnte man den Luftzug vor der geschlossenen Tür des Aufganges deutlich spüren. Dieser war teilweise so stark, dass er es schaffte die Wohnzimmertür zuzuschlagen!!

Weiterhin wurde irgendwann mal oben eine alte Schranktür als Lukendeckel angebracht, von der regelmäßig das Kondenswasser heruntertropfte. Da musste also was geschehen. Allein schon wegen unseres Geldbeutels. 

Und jetzt sind wir wieder beim Wald und den Bäumen. Was haben wir uns für wirre Sachen für diesen Aufgang überlegt ... Styropordämmungen, Lukendeckel gegen was Vernünftiges tauschen und und und ...

Tja und dann kam Susi. Susi ist unsere allerherzensgute Nachbarsfrau und unsere gute Seele. An dieser Stelle ein >>HUHU<< nach nebenan. Susi ist von Beruf Bauzeichnerin und hat für Verbesserungen natürlich einen ganz anderen Blick, als wir ihn haben. 
Irgendwann sagte sie im Vorbeigehen: "Ich würde das alte Ding abreißen, und ne aufklappbare Bodentreppe einbauen"
Oh man, richtig! Ne Bodentreppe!! Natürlich, was denn auch sonst?!?!?

Sofort ab ins Internet und eine bestellt ...

Letzte Woche wurde nun also Hand angelegt. Der alte Bretterverschlag incl. Treppe wurde kurz und klein gemacht.
Auf den Einbau der Treppe an sich gehe ich hier nicht groß ein, da das wirklich kinderleicht geht. Wenn die Voraussetzungen stimmen (Balkendecke, Luke schon vorhanden), dauert der reine Einbau nicht länger als eine Stunde. Einfach zwei Dachlatten zurechtsägen und unter die Decke schrauben, darauf die Bodentreppe legen, ausrichten, verschrauben, Dachlatten wieder entfernen, fertig.

... ohne Treppe ist es gleich viel heller im Flur ...

... Dachlatten als Auflagefläche sind auch schon montiert ...

... und nebenbei tolle Dielen unter dem Laminat gefunden!!!
 
Kurz überlegt, ob Mann es nicht so lassen könnte ;)

Die fertig eingebaute Dachbodentreppe

So, die Treppe war nun eingebaut, und die Probleme fingen an. 
Und vor lauter Problem vergessen Fotos zu machen ...

Problem Nr.1: Da sich direkt unter der Treppe der Aufgang vom Erdgeschoss befindet (man muss praktisch über gähnende Leere steigen, wenn man auf den Dachboden will), gibt es nicht viel Möglichkeiten den Aufsetzpunkt der Treppe zu variieren. 
Problem Nr. 2: Der Aufsetzpunkt liegt auf einem kleinen Gang. Dieser ist gerade mal 70 cm breit und muss bei ausgeklappter Treppe natürlich noch begehbar sein.
Problem Nr. 3: Das kurze Geländerstück muss herausnehmbar sein, ein Türchen haben oder abklappbar, weil sonst die Treppe nicht aufgeklappt werden kann. Das war allerdings von Anfang an klar.
Aber der Reihe nach: Nach dem allerersten Aufklappen (bis an den Festanschlag) der Bodentreppe der erste Schock. Das Treppenende baumelt über dem Treppenhaus nach unten. Der zweite Schock folgte, als wir die Treppe auf den eigentlichen Aufsetzpunkt stellten. Sie bog sich vollkommen durch weil der Festanschlag in der Luft hing. Dieser ist superwichtig, weil er nachher den größten Teil der Last schlucken muss.
Zunächst erhofften wir (mein Schwager und ich) uns Besserung durch das Absägen der untersten Stufe  
Das ist laut Hersteller erlaubt und nötig, wenn man keine genormten Deckenhöhen hat. 

Es wurde auch besser, aber leider wars nicht genug. Der Festanschlag hing immer noch in der Luft. Weiter Absägen kam nicht mehr infrage, weil die Treppe sonst zu kurz geworden wäre.
Wir begannen uns dann intensiv mit dem Festanschlag zu beschäftigen. Ausbauen und neu biegen konnten wir nicht, da das Teil fest vernietet ist. Ein weiteres Loch ins Metall zu bohren um den Winkel flacher stellen zu können erschien uns zu aufwändig. 

Oben durch Löcher im Metall verstellbar ...

Letztlich kam uns aber doch noch die Lösung. Der gesamte Klappmechanismus mit Festanschlag ist mit dicken Holzschrauben am Treppenkorpus befestigt, diese Schrauben lösten wir und setzten sie etwa 3 cm weiter nach unten und siehe da, die Treppe klappte genau bis an den Festanschlag. 

... nun passend durch Versetzen des Festanschlags.

Auch der Aufsetzpunkt war inzwischen ideal. Nachteilig ist zu erwähnen, dass aufgrund des jetzt flacheren Treppenwinkels, die Lastaufnahme (150Kilo, laut Hersteller) vermutlich nicht mehr ganz gegeben ist. 
Das macht aber nix, da bei uns eh alles, was über 30 Kilo wiegt über den Erker mit Seilwinde ins Dachgeschoss gezogen wird ;-)
Als nächstes musste das Geländer neu gebaut werden. Das war auf der langen Seite kein größeres Problem. 

... halbfertiges Geländer; für die Nacht nur grob kindersicher gebaut ...

Die kurze Seite (dort wo die Treppe auftrifft) verlangte eine etwas ungewöhnliche Lösung. Das Geländer musste so gebaut werden, dass es eine Möglichkeit gab, es zu entfernen. Die Treppe hätte sonst nicht aufgeklappt werden können. Es gab Überlegungen ein Türchen zu bauen oder es komplett herausnehmbar zu machen, bzw es nach vorne abklappen zu können. 

Wir entschieden uns für die letzte der drei Lösungen, weil diese uns als die kindersichserste erschien.  
Sollte das Geländer mal vergessen werden wieder anzuklappen, müsste man es wirklich drauf anlegen, um abzustürzen. Diese Zeit sollte hoffentlich ausreichen um ein kletterndes Kind wieder zurück zu holen. Ein Restrisiko bleibt natürlich, das ist klar. 

Geländer mit "Törchen"

"Törchen"-Rückseite

Im aufgeklappten Zustand ...


... und mit heruntergelassener Dachbodentreppe
 
Bleibt nur noch zu hoffen, dass meine Antje sich demnächst auch mal hoch traut, denn der Blick durch die Treppenstufen hinab ins Erdgeschoss hält sie momentan noch davon ab :-)))

So, das solls gewesen sein. Ich hoffe euch nicht ganz so dolle gelangweilt zu haben.
Lieben Gruß, Marco

P.S. Ganz lieben Dank an Robert (Schwager), der das Geländer nahezu allein gebaut hat (ich hätte die Geduld dazu nicht gehabt;-), an Oma Ines, Mama Antje und Nachbarin Susi, die sich letzte Woche unter erschwerten Bedingungen (fehlendes Treppengeländer, Sägelärm, Gefluche;-) um die Kids gekümmert haben.



Und? Hat es euch gefallen? Falls ja, werde ich die Tastatur bestimmt noch so einige Mal an meinen Mausemann abgeben. Schließlich kennt er sich mit einigen Dingen deutlich besser aus ... 

Habt eine schöne Woche. 
Liebe Grüße,
Eure Antje

Kommentare:

  1. Liebe Antje, kannst Du mir bitte schreiben, welches Seminar das war? Also, ich meine das Motivationsseminar. Also das, was welches Dein Mann besucht hat. Denn das hat er doch sicher nicht einfach so gemacht, so mit einem kleinen "Schatz, würdest Du nicht..." Bitte bitte sag mir, dass er das nicht einfach so gemacht hat, sozusagen freiwillig! Wenn, dann werd ich nämlich depressiv. Denn meiner würde das im Leben nicht machen. Also, ich ziehe den Hut vor Deinem Mausemann, weil er das so toll gemacht hat. Und vor Dir, weil Deine Erziehung so gut funktioniert ;-) Wünsch Euch ne schöne Woche, liebe Grüße, Ina

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  2. Grosses Kompliment!! Was für eine gelungene Lösung!!
    Herzlichst
    yase

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  3. Hej Antje,
    einen super Job hat dein Mann mit Schwager und Nachbarin gemacht!
    Ja manchmal kommt man einfach nicht auf die einfachsten Ideen.
    Tolle Ideen hattet ihr!
    ♥lichst
    Lotta

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  4. Hej Antja,
    ja das kenn ich. Da steht man manchmal wie der Ochs vorm Berg und zerbricht sich den Kopf und dann kommt jemand und macht eine kleine Bemerkung... und schon läufts! ;) Ich finde die Lösung sehr gelungen (auch mit dem Geländer) und wegen den Kiddies würd ich mir keine zu großen Sorgen machen. Gefahren lauern überall. Nur, ob ich da hoch gehen würde, das weiß ich nicht, kicher. Ich kann dich verstehen ;) Gratulation an den Männe und die Helfer und gaaanz liebe Grüße
    Dani

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  5. Liebe Antje,
    also von mir auch ein Riesen-Kompliment an deine fleißigen Handwerker!
    Das ist eine echt bessere Lösung als vorher!
    Meine Eltern haben auch so eine Bodentreppe,die ist aber schon alt.Sie funktioniert aber noch super!
    Ganz liebe Grüße von
    Kristin

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  6. Wow, liebe Antje, das war ja wohl ein Kraftakt! Ganz ganz großes Kompliment an den Mausemann! Das hat er super gemacht. Ich finde es auch toll, dass du die Tastatur mal abgegeben hast. Meiner hat auch schon mal einen "Gastpost" geschrieben. Es ging damals um die richtige "Bloggerkamera". ;-)

    Ganz liebe Grüße

    Jule

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  7. So eine Susi ist Gold wert :-))
    Das habt ihr super hingekriegt!
    Großes Kompliment.

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  8. Liebe Antje,
    Wow! Was für ein Bericht. Klasse!
    Ich brauche zwar keine solche Treppe,habe aber als gelesen und fand das Problem interessant,natürlich auch die super Lösung!
    Dann trau dich mal hoch :-)
    Lasse dir ganz liebe grüße hier.
    Bis bald
    Naddel

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Danke, dass Du mir schreibst. Ich freue mich doll über jeden Kommentar (auch wenn ich nicht immer die Zeit finde zu antworten)

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